Weihnachtliche Nascherei selber machen

Weihnachtliche Nascherei selber machen

Ausstechplätzchen, Vanillekipferl und Pralinen: Selbst gemachte Weihnachtsnaschereien sind kein kurzlebiger Trend, sondern ein festes Ritual. Sie scheitern jedoch selten am Rezept, sondern häufig an der Lagerung. Wer einige Grundregeln beachtet, kann seine Backwaren mehrere Wochen genießen.

In kaum einem Bereich bleibt die Adventszeit so traditionsverbunden wie beim Backen. Eine aktuelle Erhebung unter Weihnachtsbäckerinnen und Weihnachtsbäckern zeigt eine klare Reihenfolge:

  • 68 Prozent backen Ausstech- und Weihnachtsplätzchen
  • 54 Prozent backen Vanillekipferl
  • 38 Prozent stellen Spritzgebäck her
  • 31 Prozent backen Zimtsterne
  • 30 Prozent bereiten Makronen zu
  • 22 Prozent backen Lebkuchen
  • 19 Prozent stellen Christstollen her
  • 18 Prozent backen Gewürzkuchen
  • 16 Prozent machen Pralinen und Konfekt
  • 14 Prozent bereiten weihnachtliche Torten zu

Für 56 Prozent der Befragten gehört das Plätzchenbacken fest zur Vorweihnachtszeit.

Bemerkenswert ist weniger die Reihenfolge als ihre Beständigkeit. Neue Rezepte und Ideen aus sozialen Netzwerken werden zwar ausprobiert, den größten Anteil machen jedoch weiterhin die Klassiker aus. Wer für die eigene Weihnachtsbäckerei drei Sorten auswählt, sollte deshalb vor allem darauf achten, was tatsächlich gerne gegessen wird und nicht nur auf eine schöne Optik.

Der Unterschied zwischen Plätzchen und Pralinen

Plätzchen sind in erster Linie ein Backprojekt. Bei Pralinen kommt es dagegen besonders auf die richtige Temperatur an. Dieser Unterschied bestimmt, welche Ausrüstung benötigt wird.

Für Plätzchen genügen meist ein Backblech, eine Teigrolle und Ausstechformen. Für Pralinen ist zusätzlich ein Thermometer hilfreich. Schokolade muss temperiert werden, damit sie glänzt, sauber bricht und keine grauen Schlieren bekommt.

Diese hellen oder grauen Streifen sehen manchmal wie Schimmel aus, sind bei korrekt gelagerter Schokolade aber meist harmlose Fettreif- oder Zuckerkristalle.

Richtwerte für Kuvertüre

Kuvertüre Schmelzen Abkühlen auf Verarbeiten bei
Zartbitter 45 bis 50 °C 27 bis 28 °C 31 bis 32 °C
Vollmilch 40 bis 45 °C 26 bis 27 °C 29 bis 30 °C
Weiße Schokolade 40 bis 45 °C 25 bis 26 °C 28 bis 29 °C

Die Angaben auf der Verpackung haben Vorrang, da sich die Rezepturen verschiedener Hersteller unterscheiden können. Das Grundprinzip bleibt gleich: Die Schokolade vollständig schmelzen, abkühlen lassen und anschließend leicht erwärmen.

Wer ohne Thermometer arbeiten möchte, kann eine kleine Menge Schokolade auf die Lippe geben. Sie sollte sich dort weder kalt noch warm anfühlen. Diese Methode ist jedoch nur eine Notlösung und ersetzt keine genaue Temperaturkontrolle. Mehr Informationen zu den verschiedenen Süßigkeiten gibt es bei Sugar-Heart. 

Warum die Lagerung über den Erfolg entscheidet

Der häufigste Grund, warum selbst gebackene Plätzchen nach wenigen Tagen nicht mehr schmecken, liegt nicht im Rezept, sondern in der Aufbewahrung. Drei Regeln sind besonders wichtig.

Plätzchen vollständig auskühlen lassen

Warme Plätzchen dürfen nicht sofort in eine Dose geschichtet werden. Die Wärme erzeugt Kondenswasser. Dadurch werden die Kekse weich und können einen muffigen Geschmack entwickeln.

Die richtige Dose verwenden

Trockene Sorten wie Mürbeteigplätzchen, Vanillekipferl oder Butterkekse gehören in gut verschlossene Metall- oder Kunststoffdosen. In Blechdosen bleiben knusprige Sorten oft besonders lange frisch.

Weiche Kekse sind in Kunststoffboxen meist besser aufgehoben, da sie dort weniger schnell austrocknen.

Verschiedene Sorten getrennt lagern

Aromen können sich schnell auf andere Plätzchen übertragen. Deshalb sollten unterschiedliche Sorten möglichst in getrennten Dosen aufbewahrt werden. Wenn dafür nicht genug Platz vorhanden ist, helfen Lagen aus Küchenpapier oder Butterbrotpapier.

Für Schokoladenplätzchen gilt eine Besonderheit. Sie sollten kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden, aber nicht im Kühlschrank. Dort kann die Schokolade durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen grau anlaufen.

Plätzchen mit Creme- oder Sahnefüllung gehören dagegen in den Kühlschrank und sollten innerhalb einer Woche gegessen werden.

Wie lange verschiedene Weihnachtsleckereien halten

Die Haltbarkeit hängt vor allem vom Feuchtigkeitsgehalt ab und reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten.

  • Trockene Plätzchen wie Vanillekipferl, Butterplätzchen oder Zimtsterne bleiben bei richtiger Lagerung ungefähr vier Wochen frisch.
  • Saftigeres Gebäck wie Lebkuchen, Christstollen oder Früchtebrot hält sich bis zu zwei Monate.
  • Makronen sind durch ihren hohen Zuckergehalt etwa zwei bis drei Wochen haltbar.
  • Plätzchen mit Sahne- oder Cremefüllung sollten höchstens eine Woche aufbewahrt werden und gehören in den Kühlschrank.

Gebäck sollte entsorgt werden, wenn Schimmel oder feuchte Stellen sichtbar sind, es muffig oder ranzig riecht oder einen fauligen beziehungsweise bitteren Geschmack entwickelt. Auch verfärbte Füllungen sind ein Zeichen dafür, dass das Produkt nicht mehr gegessen werden sollte.

Schnelle Rezept-Ideen

Schoko-Crossies, etwa 20 Stück

Zutaten

  • 200 g Zartbitterkuvertüre mit mindestens 60 Prozent Kakaoanteil
  • 120 g ganze Mandeln oder Haselnüsse
  • 1 Prise Fleur de Sel

Zubereitung

Die Nüsse ohne Fett in einer Pfanne rösten, bis sie angenehm duften. Anschließend vollständig abkühlen lassen.

Die Kuvertüre im Wasserbad auf 45 bis 50 °C erwärmen. Vom Wasserbad nehmen und unter ständigem Rühren auf 27 bis 28 °C abkühlen lassen. Danach die Schokolade kurz auf 31 bis 32 °C erwärmen.

Die gerösteten Nüsse unterheben. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und mit Fleur de Sel bestreuen.

Aushärten

Die Schoko-Crossies 20 bis 30 Minuten bei 18 bis 20 °C fest werden lassen. Nicht in den Kühlschrank stellen, da die Schokolade sonst grau anlaufen kann.

Haltbarkeit

In einer gut verschlossenen Blechdose halten sich die Schoko-Crossies etwa vier Wochen.

Lebkuchen-Crossies, etwa 20 Stück

Zutaten

  • 200 g Zartbitterkuvertüre
  • 100 g Lebkuchen, fein zerbröselt
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • Abgeriebene Schale einer halben Orange
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Die Kuvertüre im Wasserbad auf 45 bis 50 °C erwärmen. Vom Wasserbad nehmen und unter ständigem Rühren auf 27 bis 28 °C abkühlen lassen. Anschließend kurz auf 31 bis 32 °C erwärmen.

Die Lebkuchenbrösel, das Lebkuchengewürz und die Orangenschale unterheben. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und mit Salz bestreuen.

Aushärten

Die Lebkuchen-Crossies 20 bis 30 Minuten bei 18 bis 20 °C fest werden lassen. Nicht in den Kühlschrank stellen, da die Schokolade sonst grau anlaufen kann.

Haltbarkeit

In einer gut verschlossenen Blechdose halten sich die Lebkuchen-Crossies etwa drei bis vier Wochen.

Was sich als Geschenk eignet

Wer selbst gebackene Plätzchen verschenken möchte, sollte vor allem auf Haltbarkeit und Kennzeichnung achten. Ein gemischtes Glas mit trockenen Sorten hält sich in der Regel gut. Plätzchen mit Creme oder Frischkäse gehören dagegen nicht hinein, da sie weder mehrere Wochen noch eine Lagerung bei Raumtemperatur vertragen.

Praktisch ist es, das Gebäck sortenrein in Schichten zu verpacken und die einzelnen Lagen mit Papier zu trennen. Auf einem kleinen Etikett sollten außerdem die Sorte und das Herstellungsdatum stehen.

Das wirkt zunächst etwas genau, verhindert aber, dass das Geschenk nach einigen Tagen entsorgt wird, weil niemand mehr weiß, wie alt die Plätzchen sind.

Pralinen reagieren empfindlicher auf Wärme als Plätzchen und sollten möglichst kühl transportiert werden. Selbst gemachte Pralinen mit Ganache, Nougat oder Marzipanfüllung halten sich deutlich kürzer als reine Schokoladenstücke.

Drei Tipps, die Zeit sparen

Zwei Sorten statt sechs

Ein Grundteig lässt sich auf unterschiedliche Weise verarbeiten. Aus Mürbeteig können beispielsweise Ausstecher, Kipferl oder Spritzgebäck entstehen. So müssen nicht für jede Sorte neue Zutaten abgewogen und verschiedene Teige vorbereitet werden.

Einen Tag für den Teig und einen Tag fürs Backen einplanen

Mürbeteig und Lebkuchenteig profitieren häufig von einer Ruhezeit im Kühlschrank. Wer die Zubereitung und das Backen auf zwei Tage verteilt, arbeitet entspannter und produziert weniger Ausschuss.

Die Backreihenfolge an der Haltbarkeit ausrichten

Trockene Sorten halten mehrere Wochen, gefüllte Plätzchen dagegen oft nur wenige Tage. Deshalb sollten haltbare Sorten früh gebacken werden. Empfindliche Kreationen kommen am besten kurz vor dem Verzehr an die Reihe.

Roher Teig ist nicht für Kinder geeignet

Ein Hinweis, der in vielen Rezepten fehlt: Roher Teig mit Ei sollte nicht probiert werden. Das gilt besonders für Kinder.

Wer beim Backen mit Kindern naschen möchte, sollte eine eifreie Teigvariante zubereiten oder zunächst eine kleine Portion ohne Ei ansetzen. So können Kinder probieren, ohne rohes Ei zu essen.

Fazit

Selbst gemachte Weihnachtsnaschereien müssen weder besonders aufwendig noch kompliziert sein. Klassiker wie Mürbeteigplätzchen, Vanillekipferl und Lebkuchen lassen sich gut vorbereiten und bei richtiger Lagerung mehrere Wochen genießen.

Entscheidend sind vollständig ausgekühltes Gebäck, passende Dosen und eine getrennte Aufbewahrung verschiedener Sorten. Wer zusätzlich die Haltbarkeit in die Planung einbezieht, kann die Weihnachtsbäckerei entspannter organisieren und vermeidet unnötiges Nachbacken in den letzten Adventstagen.

Hinweis: Die genannten Haltbarkeitszeiten sind Richtwerte und hängen unter anderem von Rezept, Feuchtigkeitsgehalt, Zutaten und Lagerbedingungen ab. Bei sichtbarem Schimmel, ungewöhnlichem Geruch, feuchten Stellen oder verdächtigem Geschmack sollte das Gebäck nicht mehr gegessen werden. Allergiehinweise und die Angaben auf den verwendeten Zutaten sollten beachtet werden.