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Absicht oder einfach nur Bösartigkeit?

- runrig - Donnerstag, 3. Dezember 2009 -

Als ich neulich beim Zähneputzen in meinem Bad stand, keimte in mir eine Frage auf, die ich seitdem nicht mehr aus dem Kopf kriege.

Folgendes Szenario: Ich nehm die Zahnbürste aus dem Glas, nehm die Zahnpasta - und beim Zurückstellen derselben fällt sie mir im Schrank um. Bis dahin nichts besonderes, das passiert öfter mal - sicher nicht nur mir. Aber… aber was, wenn diese Zahnpastatube eine Kettenreaktion auslöst, die einfach nicht mehr aufzuhalten ist? Wenn sie beim Umfallen noch die Handcreme, die Nachtcreme, die Augencreme, das Shampoo, das Duschgel, den Rasierschaum, den Rasierpinsel, das Haarspray, den Schaumfestiger und was weiß ich nicht noch alles mitnimmt und man einfach nur bei jedwedem Versuch versagen kann, den Schaden möglichst gering zu halten, sondern dabei nur noch mehr Unheil anrichtet, das letztendlich darin gipfelt, dass im Prinzip fast das gesamte Badezimmerschränkchen in sich zusammenfällt?

Was ist dann? Man wollte ja eigentlich nur Zähne putzen und dann schlafen gehen…
Und nun ist man gezwungen, das ganze Bad neu einzurichten, weil sich überall auf dem Boden, im Waschbecken, in der Badewanne und möglicherweise sogar in der Toilette Kosmetikartikel befinden, die da nun eigentlich wirklich nichts verloren haben… Soviel zur gesegneten Nachtruhe… oder so…
Doch kommen wir nun zur Frage, die mich nicht mehr in Ruhe läßt:
WARUM, zum Geier, sind die meisten Kosmetikartikel in derart instabil stehenden Verpackungen untergebracht, dass es nahezu zwangsweise passieren muss, dass einem der ganze Ramsch ins Gesicht fällt, wenn man auch nur ein ganz kleines Bisschen ans Regal stößt?
Muss das sein?

Habt ihr euch das schonmal überlegt? ALLE Artikel, die ich hier genannt habe, sind in 99 % der Fälle in
hohe schmale Gefäße abgefüllt, die einen schlechten Stand haben und vermutlich per definitionem nicht dazu gemacht sind, in einem Regal zu stehen.
Nur wo stellt man sie sonst hin - im Badezimmer - und vor allem so, dass sie nicht umfallen?

Liebe Marketing-Leute: BITTE sagt mir doch, WARUM ! Und wenn ihr das nicht könnt, dann sagt mir wenigstens, warum nicht…
Ich meine, dass da eine ganz bösartige Absicht der Kosmetik-Industrie dahinter steckt.
Irgendjemand bezahlt Unsummen - oder eher Summen… denn was ist schon eine Un-Summe? - um ein möglicherweise nicht mal schlechtes Produkt so schlecht zu verpacken, dass man es aufgrund der Verpackung schon nicht mehr mag. Ich zumindest nicht. Warum macht man nicht etwas flachere, breitere Dosen, die man übereinander stapeln kann, wenn’s mal zu eng wird im Regal?
Oder wäre das zu einfach? Oder mach ich mir einfach nur zu viele Gedanken?
Ich weiß es nicht.
Aber eins weiß ich: Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Krawumm-Platsch-Knall-Bumm-Peng-Schebbbbrrrrrrr-Krach, wenn ich mir das nächste Mal die Zähne putze…

Aber mal ganz ehrlich (was ich ja sonst NIE bin *g*): Es ist mir immer noch lieber, dass solche Geräusche aus meinem Badschränkchen kommen, als von meinen Zähnen - oder - wie mein guter alter Freund Heinz Erhardt sagen würde:
“Die Worte fallen mir leicht aus dem Gehege meiner Zähne - und das ist besser, als wenn das Gehege meiner Zähne mir ins Wort fällt…”
In diesem Sinne:
Gute Nacht!
Zähneputzen nicht vergessen ;-)

Euer runrig

Alles Bio oder was?

- runrig - Freitag, 16. Oktober 2009 -

Habt ihr schon den neuen Reisepass mit biometrischen Daten? Nein? Oh oh, dann dürft ihr demnächst das Land überhaupt nicht mehr verlassen… Aber… aber aber aber…
Es ist ja bekanntlich nicht alles Gold was glänzt, und nachdem ich heute Morgen in den Genuss kam, mir über das gesamte Procedere klar zu werden, das nötig ist, um so ein kompliziertes technisches Wunderwerk anzustoßen bzw. in die Wege zu leiten wie einen biometrischen Reisepass, ist mir so einiges klar geworden.
Das geht schonmal los mit den Passfotos. Heutzutage ist ja alles Bio - warum also nicht auch Passbilder. Also bin ich in irgendein Fotostudio reingerauscht und hab gesagt: Guten Morgen, ich brauch Bio-Bilder.
Ich hab mit einem verwirrten Blick gerechnet, aber der Mann hinterm Tresen, ganz Profi, wusste genau was ich wollte.
Das dauert ca. 10-15 Minuten, sagte er, sie können da hinten schonmal Platz nehmen.
Ähhh, ok.
Jetzt hört man ja so einiges über diese biometrischen Passbilder - man darf nicht lachen, man muss rasiert sein, man darf keine Kapuzenpullis anhaben und, was am wichtigsten ist: Es darf nicht retuschiert sein.
Ha, dass ich nicht lache…
Man darf nämlich sehr wohl ein freundliches Gesicht machen, und was bitte macht ein Vollbart-Träger, wenn er einen Bio-Pass braucht? Sich rasieren und danach wieder wachsen lassen?! wohl kaum. Abgesehen davon ist es eine noch nicht geklärte Frage, ob ein Vollbartträger nach einer Rasur nicht einen neuen Pass benötigt. Denn dann stimmen ja die ganzen Gesichtsdaten nicht mehr. So ein Dummfug!
Und natürlich wurde mein Bild auch retuschiert - Diesen fiesen Pickel auf der Wange nehm ich ja schließlich nicht immer mit, wenn ich mich ins Ausland begebe… und die Augenringe vom gestrigen Saufgelage sind auch nicht serienmäßig…
Aber wir kommen vom Thema ab…
A propos ab… Ab ins Amt und gleich einen Antrag stellen.
Morgens um halb 11 ist das in Lechhausen gottseidank kein Problem - Nummer ziehen und warten. Geschlagene 5 Minuten.
Donnerwetter - das war wirklich fix.
Dann werden die Daten abgeglichen mit den im Rechner gepseicherten Daten. Dabei könnt ihr ruhig behaupten, dass ihr in den letzten 5 Jahren um 3-5 cm gewachsen oder geschrumpft seit.
So ne Augenfarbe ändert sich ja auch gerne mal (Das könnte man übrigens dann wohl auch retuschieren…)
Wirklich kontrolliert wird das nicht mehr, weil man muss ja jetzt den Fingerabdruck scannen lassen.
Yeah, Baby. Aber bitte, Leute, cremt euch die Hände vorher ordentlich ein, sonst kann der Scanner deinen Abdruck nicht lesen. Anhauchen der Finger tut’s im übrigen auch…
Der nächste Mythos über den Reisepass an sich ist wohl der Liefertermin ab Zeitpunkt der Bestellung, wie man in Fachkreisen sagt… Man sollte es wohl besser Fachkrise nennen.
4-8 Wochen kann das schonmal dauern, denn die Mühlen der Bürokratie mahlen auch im 21. Jahrhundert immer noch sehr langsam.
Es sei denn - und das ist kein Witz, man besticht den Staat. Mittels einer “Bonuszahlung” von lumpigen 32 Euronen kann man auf sehr einfache und vor allem legale weise dem Amtsschimmel ganz ordentlich die Sporen geben.
Und siehe da - auf einmal geht’s vorbei an allen anderen Antragstellern, sozusagen auf der Überholspur, auch innerhalb von 3-4 Tagen.
Da sagt noch einer, unser Vater Staat ist nicht korrupt…
Da fehlen mir echt die Worte, um zu schweigen!

Grüße von der Front
Euer runrig

Murphy… immer wieder Murphy

- runrig - Mittwoch, 2. September 2009 -

Murphy ist ein richtig mieses Arschloch. Wie sonst ist es zu erklären, dass jemand merksame, ja geradezu selbwürdige Gesetze herausposaunt, die in keinem Bundesland auch nur irgend eine Gültikeit haben, und dann lebt plötzlich die ganze Welt damit und keiner wehrt sich… “Tja mei, des is halt Murphy’s Law, da kannst nix mach’n…” Das ist doch absurd!
Ich fordere hiermit das gesamte Internet samt Infranet und Intranet und Issjanett auf, sich endlich mal von Ihren durchgepfurzten Bürostühlen zu erheben und einmal mit der Faust auf den Tisch zu hauen - mit den begleitenden Worten: Jetzt is Schluss!!! (die Ausrufezeichen sind wichtig!!!)
Was andere nicht können, kann Murphy auch. Es sollte verboten sein, dass immer wieder Dinge, von denen so ein verkappter Komiker behauptet, dass die nunmal unabänderlich so eintreten werden, wie er es schrob, passieren… Oder so.
Es sollte ein Gesetz geben, das quasi per definitionem dafür sorgt, dass so etwas nicht mehr vorkommt.
In etwa wie folgt: “Gesetz für die sofortige Aufhebung aller damit in Zusammenhang stehender, sitzender oder auch liegender merkwürdiger Zusammenhänge, die gemeinhin als Zufall abgetan werden, unter Berücksichtigung der in Ausnahmefällen auftretenden äääh.. Ausnahmen. Ferner wird verordnet, dass die Gesetze der Spezies “Murphy”, die sich dadurch auszeichnen, dass sie immer genau dann eintreten, wenn man es am wenigsten braucht, mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden.”
Somit ist dann auch sichergestellt, dass die grausame Diktatur Murphys ein jähes Ende findet und der Imperator selbst unschädlich, ja geradezu dingfest gemacht werden kann. Und dann ist es endlich vorbei mit Verkettungen ungünstiger Umstände.
Dann läuft alles glatt. Es passiert einfach nichts mehr. Alles funktioniert. Nichts geht schief. Alle haben sich lieb. Weltfrieden.

Mein Alter Freund Lu Tse aus Ankh Morpork hat einmal gesagt: “Mögest Du In Interessanten Zeiten Leben”
Das wär doch was. Stürzt Murphy! REVOLUTION goes Evolution!!!!!!
Euer runrig

Böser böser Sturm

- NetAndif - Montag, 9. März 2009 -

Diesen Text schrieb eine Versicherungsnehmerin an Ihre Versicherung.
Sie wurde aufgefordert zu erklären wie es dazu kommen konnte, dass ein Sturmschaden an Ihrem Gartenzaun entstanden ist.
Sie fühlte sich wohl etwas verarscht.

Sehr geehrte Damen und Herren.

Sie fordern eine Begründung wie es dazu kam, dass mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist.
Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich dennoch gezwungen bin zu antworten, um meinen Pflichten als Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:

“Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich.
Wo sie senkrecht auf die Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg auftrifft (Nord- und Südpol).
Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer.
Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das “Hochs”).
An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig (”Tiefs”).
Die Luft versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck- je größer die Druckunterschiede sind, um so schneller bewegt sich die Luft. Mit 6 Km/h, nennt man das Wind.
Ab 75 Km/h nennt man diese Bewegung Sturm, ab 118 Km/h Orkan.
So schnell ist die Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden.

Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor.
Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbeikam.
Da mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet werden.

Das jedoch ließ mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle Luft
gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das Nachbarhaus zu nehmen.

Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muß mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein.

Die schnelle Luft hat ihre Chance sofort genutzt und meinen treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt.
Der Held brach zusammen und starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich beschützt hatte.”

Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang, so wie er sich real zugetragen hat.
Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen ist, außer dass an dem Tag in Asterode - wie in ganz Deutschland - Sturm war.

Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt oder Ihrer Ansicht nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe
ich gerne zurVerfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Naturwissenschaft und Management

- NetAndif - Samstag, 28. Februar 2009 -

Ein Mann in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren.
Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden.Er sinkt noch weiter ab
und ruft:

,,Entschuldigung,können Sie mir helfen?”Ich habe einem Freund versprochen,
ihn vor einer Stunde zu treffen;und ich weiß nicht wo ich bin.”

Die Frau am Boden antwortet:

,,Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 Meter Höhe über Grund
und befinden sich auf dem 49. Grad, 28 Minuten und 11 Sekunden
nördlicher breite
und 8. Grad, 28 Minuten und 58 Sekunden östlicher Länge.”

,,Sie müssen Ingeneurin sein”sagt der Ballonfahrer.

,,Bin ich,”antwortet die Frau, ,,woher wissen sie das?”

,,Nun sagt der Ballonfahrer, ,,alles was Sie mir sagten ist technisch
korrekt,
aber ich habe keine Ahnung,was ich mit Ihren Informationen anfangen soll,
und Fakt ist,daß ich immer noch nicht weiß,wo ich bin.
Offen gesagt,waren Sie keine große Hilfe.
Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.”

Die Frau antwortet:

,,Sie müssen im Management tätig sein.”

,,Ja,”antwortet der Ballonfahrer, ,,aber woher wissen Sie das?”

,,Nun,”sagt die Frau, ,,Sie wissen weder wo Sie sind,noch wohin Sie fahren.
Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige
Position gekommen.
Sie haben ein Versprechen gemacht,von dem Sie keine Ahnung haben,wie Sie
es einhalten können
und erwarten von den Leuten unter Ihnen,daß sie Ihre Probleme lösen.
Tatsache ist,daß Sie nun in der gleichen Lage sind,wie vor unserem Treffen,
aber merkwürdigerweise,bin ich jetzt irgendwie schuld!”

 
 

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